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Tja... Aus purer Verzweiflung, weil ich den blog (oder DAS blog...?!) immer noch ziemlich leer und langweilig finde, hab ich beschlossen hier einfach mal "Dirty Halloween" hinzustellen. Das is die Fanfic, von der ich eben geschrieben hab. "Dirty Halloween" is nur der vorläufige Titel, ich weiß nicht, ob mir noch was Besseres einfällt. Mal schaun.

Disclaimer: The Thirteen Dead Kids gehörn nicht mir und ich will auch keinem was wegnehmen, indem ich mir ein paar davon ausleihe. Geld verdien ich auch keins damit, die übliche Disclaimer-Scheiße halt, blabla...
Allerdings gehört Matt Hatter mir und ich bin sehr stolz auf ihn, auch, wenn er ein bisschen schusselig ist... Leiht ihn euch ruhig aus, aber sagt mir bitte Bescheid und verlinkt meinen blog (nur für den seeeeeehr unwahrscheinlichen Fall, dass ihn jemand haben will...). Das gleiche gilt übrigens auch für "hat"hunter, die Ter Road und den ganzen andern Kram.

Warnung: Wer mich nicht kennt wird an dieser Stelle zum ersten Mal mit meinem ausgearteten Schwulen-Wahn konfrontiert werden, der auch diese Fanfic nicht verschont. Will heißen: Die beiden Jungs werden Sex haben (irgendwann). Also nich heulen oder die Schuld für ein Trauma mir in die Schuhe schieben! Aber ich werd dann auch nochmal seperat Bescheid sagen.

Für den Fall dass...: ...ich keine Lust mehr hab, weiter zu schreiben, tut es mir Leid. Ich rechne nicht ernsthaft damit, dass das hier jemand lesen WILL oder besonders scharf auf ne Fortsetzung ist, aber es könnte ja sein ... ... ... jedenfalls... falls es irgendwann nicht mehr weiter geht, brauch ichn bisschen länger mitm neuen Teil oder hab die Aktion abgebrochen. Aber davon geh ich im Moment mal nicht aus.

Verzeihung: für die Rechtschreibfehler, die mir entwischt sind. Aber ein und den selben Text mehr als viermal durchzulesen, ist selbst mir zu blöd - und was das angeht bin eigentlich relativ geduldig.

So finally: Enjoy!!

♠†♠

Freitag, 10/19/2001, 16:27 Uhr

Das helle Geräusch der Ladenklingel ließ Matt aufsehen. Draußen regnete es in Strömen und dementsprechend durchnässt war der Junge, der soeben das Geschäft betreten hatte und sich jetzt fröstelnd schüttelte. Ein dünnes Rinnsal Regenwasser ergoss sich von der Krempe seines Zylinders auf den Boden, als er den Kopf neigte, um sich in Matts Laden umzusehen. „hat“hunter hieß das kleine Geschäft, das in der mit Kopfsteinen gepflasterten Ter Road lag, der Einkaufsmeile von Coffin Falls, die auch zum Friedhof führte. Der Laden war im Erdgeschoss eines über hundert Jahre alten Hauses und beherbergte den Familienbetrieb fast ebenso lange. Der Laden war klein, hatte vielleicht 25 m² und war voll gestopft mit Hüten aller Art. Die Regale an den Wänden quollen nahezu über und durch das kleine Schaufenster konnte man kaum noch hindurchsehen. Trotzdem war der Laden sehr sauber, selbst diejenigen Hüte, die schon Matt’s Vater in seiner Lehrzeit gemacht hatte und die seit Jahren in den Regalen lagen, waren kaum verstaubt. Manche mochten sich über Matt’s Ordnungs- und Sauberkeitsdrang lustig machen, doch dem Laden war es zum Vorteil. Im hinteren Teil war die Theke mit der alten, mechanischen Kasse, die wahrscheinlich noch Matt’s Großvater gekauft hatte, als er das Geschäft aufgebaut hatte, die aber noch tadellos funktionierte. Überhaupt schien der ganze Laden aus einer völlig anderen Zeit zu stammen.
Matt stand von dem Stuhl hinter der Theke auf, wo er die letzten Stunden gesessen und Hutbänder versäubert hatte und seine Gelenke krachten. „Guten Tag.“, sagte er freundlich mit seiner leisen Stimme und lächelte.
„Hallo.“, antwortete der andere Junge und kam auf ihn zu. Erst jetzt, wo die Theke ihm nicht mehr die Sicht versperrte, bemerkte Matt den Spaten, den der Junge in den behandschuhten Händen hielt.
„Wie kann ich dir helfen?“, wollte Matt wissen und trat hinter der Theke hervor. Er ignorierte die schlammigen Fußspuren auf dem ansonsten gewienerten Boden. Offensichtlich kam der Andere gerade vom Friedhof. Auch am Spaten klebte noch nasse Erde.
„Ich brauche einen neuen Zylinder.“
Matt sah an dem Jungen hinauf. Der bemerkte den Blick und lachte etwas verlegen. „Der hier hat schon etwas gelitten.“
„Kein Wunder bei diesem Wetter.“ Matt lächelte. „Es ist kalt draußen. Möchtest du nicht zuerst einen heißen Tee? In der Zeit in der das Wasser kocht, können wir uns dann in Ruhe nach einem Hut für dich umsehen.“
Der Andere lächelte erfreut. „Das wäre sehr schön.“
Matt nickte und eilte durch die Türöffnung hinter der Theke. Dahinter lagen die Nähstube und eine kleine Küche, wo er Wasser aufsetzte und die Teekanne vorbereitete. Dann ging er zurück in den Laden. Der andere Junge hatte den Spaten neben der Tür an die Wand gelehnt und sah sich wieder im Laden um. Er lächelte Matt freundlich an, als dieser zu ihm trat. „Die Auswahl ist erschlagend.“, bemerkte er und Matt richtete seinen Blick auf das Regal.
„Einen neuen Zylinder also.“, überlegte er und fügte dann hinzu: „Und er sollte schwarz sein?“ Es war weniger eine Frage, als vielmehr eine Feststellung, denn dass der Junge schwarz bevorzugte, sah man ihm an. Seine Hose war schwarz, ebenso, wie die schmutzigen Stiefel, die Handschuhe und der Mantel. Die Haare, die ihm vorne bis zur Brust reichten und hinten kaum bis zu den Schultern fielen, waren schwarz mit roten Strähnen. Und auch seine Lippen und die Augenlider mit den ungewöhnlich langen Wimpern waren schwarz geschminkt.
„Ja, schwarz sollte er schon sein.“
Matt nickte und nahm die Leiter, die zwischen zwei Regalen lehnte, hervor. Dann kletterte er hinauf und nahm zwei Hüte vom obersten Brett. Er kletterte die Leiter wieder hinab, doch auf der zweiten Sprosse glitt er plötzlich aus, verlor das Gleichgewicht und fiel nach hinten. Er machte sich schon auf den Aufprall gefasst und kniff die Augen zusammen, doch er spürte bloß zwei schlanke Arme, die ihn auffingen. Erst nach einem Augenblick öffnete er die Augen wieder und fand sich in den Armen des Dunkelhaarigen.
„Immer schön vorsichtig.“, raunte der an sein Ohr und Matt spürte seinen heißen Atem am Hals. Er befreite sich vorsichtig aus der Umarmung und hob die Hüte, die er fallen gelassen hatte, wieder vom Boden auf. Er war froh, dass ihm das halblange rotblonde Haar ins Gesicht fiel, denn es verbarg die Röte auf seinen Wangen. Dann wandte er sich wieder dem Dunkelhaarigen zu, der ihn mit einem amüsierten Schmunzeln anblickte, und wollte sich wieder den Hüten widmen, doch dann besann er sich und murmelte ihm ein leises „Vielen Dank.“ entgegen.
Der andere lächelte, als auch schon der Teekessel pfiff. Das gab Matt die Gelegenheit, wieder in die Küche zu eilen.
Er warf einen Blick in den halb blinden Spiegel, der über dem gerissenen Porzellanwaschbecken hing und strich sich eilig sein wirres Haar glatt. Wieso war er plötzlich so rot im Gesicht? Er richtete seinen Kragen und lächelte probehalber sein Spiegelbild an. Die viel zu langen Eckzähne blitzen und er ließ es gleich wieder bleiben. Er sollte sich lieber um den Tee kümmern.
Er goss das heiße Wasser in die Kanne und sich selbst fast die Hälfte über die zittrigen Finger und griff dann hastig nach zwei Tassen, wobei ihm eine davon fast zu Boden fiel, weil seine Hände immer noch nass waren. Er brachte die Tassen und die Kanne in den Laden und war froh, als er die wenigen Meter überwunden hatte, ohne etwas fallen zu lassen oder von dem Tee zu verschütten.
Der Dunkelhaarige stand etwas unschlüssig mitten im Laden und sah ihn an.
Matt verpasste sich eine imaginäre Ohrfeige. „Bitte, setz dich doch.“, sagte er schnell und deutete auf den Stuhl hinter der Theke.
„Danke.“, erwiderte der Andere und kam seinem Angebot nach.
Er saß kaum, als Matt ihm auch schon die inzwischen gefüllte Tasse in die Hand drücken wollte. Damit hatte der andere wohl noch nicht gerechnet, sodass sich der dampfende Inhalt der Tasse auf seinem Mantel verteilte. Matt schrie leise auf und stellte die Tasse schnell ab, um in die Küche zu rennen und ein Tuch zu holen. Der Andere blieb leise kichernd sitzen und wartete darauf, dass das siedendheiße Wasser durch den Stoff drang und seine Haut erreichte. Er lehnte sich zurück, schloss die Augen und sein Grinsen wurde breiter, als er die Hitze schließlich spürte.
Matt blieb verwirrt stehen, als er den Anderen mit geschlossenen Augen und versonnen lächelnd da sitzen sah. Müsste er nicht eigentlich Schmerzen haben? Warum war er so ruhig…? Er sah so hübsch aus…
Langsam hob sich eines seiner tiefschwarz geschminkten Augenlider und Matt starrte in die dunkle Iris, die ihm entgegenfunkelte. Der Dampf, der von seiner Brust aufstieg, flirrte vor seinem bleichen Gesicht und ließ ihn wie aus einem Traum entsprungen scheinen. „Was hast du?“, raunte die sanfte Stimme und ließ Matt zusammenzucken.
„N-Nichts…“, stotterte er und konnte sich doch erst nach einem Moment wieder zu einer Bewegung zwingen. Unsicher und den Blick noch immer auf das halbgeöffnete Auge geheftet, trat er auf den anderen zu und streckte ihm das Tuch hin. „Hier…“
„Dankeschön.“
Matt schluckte, als die samtene Stimme des anderen wieder den Raum erfüllte und folgte mit den Blicken seinen Bewegungen; wie er sich aufsetzte, die Knöpfe seines Mantels öffnete und den dunklen Stoff von seinen knochigen Schultern gleiten ließ. Er offenbarte ein rotes Oberteil, auf dem die schwarzen Umrisse eines Sarges zu erkennen waren. Der etwas dunkler rote Fleck auf der Brust verriet, wo der Tee den Stoff durchnässt hatte. Matt wunderte sich etwas, dass der Rest des Kleidungsstücks vom heftigen Regen nahezu verschont geblieben war, denn er sah nur etwas feucht aus. „Es tut mir wirklich Leid.“, beteuerte er und strich sich nervös eine gewellte, rötliche Haarsträhne hinters Ohr zurück.
„Oh, das macht doch nichts.“, erwiderte der Dunkelhaarige lächelnd und begann, sich abzutrocknen, während Matt bedröppelt vor ihm stand. „So was passiert schon mal.“
„Normalerweise bin ich nicht so ungeschickt…“, murmelte der zu seiner Entschuldigung und spürte, wie er schon wieder errötete. „Ich weiß ja auch nicht, was heute mit mir los ist…“ Jetzt, wo er darüber nachdachte, wusste er vielleicht doch, woran seine plötzliche Nervosität und Ungeschicktheit lag. Hatte es nicht schließlich beim Eintreten des anderen Jungen in den Laden angefangen?
„Man könnte meinen, dass es an meiner Anwesenheit liegt.“, scherzte dieser und bevor er es verhindern konnte, hatte Matt ihm auch schon zugestimmt:
„Ja, das glaube ich auch.“
Der Andere sah überrascht auf und Matts Wangen begannen jetzt erst recht zu glühen. Warum hatte er das jetzt gesagt?
Doch der andere erwiderte nichts darauf und Matt war sehr erleichtert, als er das Tuch bei Seite legte und das Thema wechselte. „Was ist nun mit dem Hut?“
„Oh, ja, natürlich!“ Matt lächelte nervös.
Es dauerte nicht lange, bis sie einen geeigneten Hut für den Dunkelhaarigen gefunden hatten. Dieser hatte nämlich recht schnell Gefallen an einem schwarzen Zylinder mit einer roten 13 darauf gefunden und nachdem sich Matt über die Größe erkundigt hatte, war die Suche auch schon so gut wie beendet gewesen. Der Blonde war – auch wenn er es sich erst nach einem Moment eingestehen wollte – etwas traurig, als der Andere sein Geld aus der Hosentasche hervorkramte; denn dass er zahlte, hieß, dass er gleich zur Tür hinaus verschwinden würde.
Die Kasse klingelte, als sich das Schubfach öffnete und Matt zählte die Münzen in die Hand des Anderen. Gerade hatte er das letzte 50pence-Stück auf den schwarzen Stoff des Handschuhs gelegt, als sich die schlanken Finger des Jungen plötzlich um seine Hand schlossen. Matt sah perplex auf. Und das Lächeln, zu dem sich die schwarzen Lippen verzogen hatten, verwirrte ihn nur noch mehr.
„Wie heißt du?“
Matt brauchte einen Moment, bis er den Sinn der Worte verstand. „Matt… Matt Hatter.“, antwortete er dann schnell und spürte schon wieder die Röte in seine Wangen schießen. Er wollte wegsehen, aber die funkelnden, dunklen Augen des anderen ließen ihn nicht los.
„Matt also…“, murmelte der andere lächelnd und klang fast verträumt. „Weißt du, Matt… Ich habe so ein Gefühl, dass ich meinen Spaten hinter der Tür vergessen werde. Wie wäre es, wenn du ihn bemerkst und ihn heute Abend zu der Adresse bringst, die auf dem Griff steht…?“
Matt nickte fast automatisch und der andere zwinkerte amüsiert, bevor er Matts Hand losließ und in seinen Mantel schlüpfte. Der Blonde versuchte seinen seltsam beschleunigten Herzschlag zu beruhigen, während der Dunkelhaarige den neuen Hut, der ihm nebenbei ausgezeichnet passte, aufsetzte und dann leise summend zur Tür ging. Erst, als er sie bereits geöffnet und die Türklingel leise geläutet hatte, drehte er sich noch einmal um. Matt konnte nicht anders, als ihn wortlos anzustarren. Nur langsam sickerte die dunkle Stimme zu seinem Bewusstsein durch, das völlig von dem Anblick des verschmitzten Lächelns und der tiefen Augen vereinnahmt wurde.
„Auf Wiedersehen, Matt.“
„Wiedersehen.“, nuschelte der Blonde fast mechanisch und zuckte zusammen, als die Tür hinter dem anderen Jungen ins Schloss fiel. Es dauerte noch einen Augenblick, bis er nicht mehr auf die geschlossene Tür starrte und sich schließlich auf den Stuhl fallen ließ. Seine Hände zitterten, als er nach der dampfenden Tasse auf der Theke griff. Dass er sich die Zunge an dem heißen Tee verbrannte, bemerkte er nur nebenbei. Was war eigentlich los? Er setzte den Tee ab und starrte in die transparente Flüssigkeit. Er war so verwirrt… Aber irgendwie… Er konnte nicht verhindern, dass er leise kicherte, als er daran dachte. …irgendwie freute er sich darauf, den bleichen Jungen wieder zu sehen. Erst jetzt fiel ihm auf, dass er seinen Namen gar nicht kannte. Aber vielleicht… Es stellte die Tasse auf die Theke und lief zur Tür hinüber und freute sich wie ein Verrückter, als er die Buchstaben auf dem Griff des Spatens entdeckte.
„Soso…“, murmelte er leise und begann wieder zu kichern. „Grave also…“ Er blieb auf dem Boden hocken, strahlend und mit dem schlammigen Spaten im Arm.

♠†♠

Die Hill Street hatte ihren Namen zu Recht. Matt fühlte sich ein bisschen, wie auf einer Berg-und-Tal-Bahn auf dem Rummel, als er die auf dem Spatenstiel angegebene Hausnummer suchte. Am Anfang waren die Häuser noch gepflegt und gut erhalten gewesen, doch je länger er die hügelige Straße entlang lief, desto heruntergekommener und verfallener waren die Behausungen. Der Wind pfiff um ihn und ließ seinen langen, dunkelgrauen Mantel flattern und er hatte die kalten Hände in die Krempe seines Hutes gekrallt, damit er nicht davon geweht wurde. Blätter sausten an ihm vorbei und ab und an klatschte ihm ein dicker Regentropfen ins Gesicht. Er war froh, dass es nicht mehr so heftig regnete wie am Mittag, aber dennoch wünschte er sich, bald anzulangen, um dem scharfen, kalten Wind endlich zu entkommen.
Nummer 31 Hill Road war noch verfallener, als alle Häuser zuvor. Ein schier antik aussehender Drahtzaun, der an mehr als nur einer Stelle heruntergerissen war, begrenzte das Grundstück, auf dem das alte Haus mit dem windschiefen Anbau stand. Ein Kiesweg, der von unzähligen Kürbislaternen gesäumt war, führte zur Eingangstür. Die kleinen Steine knirschten leise unter Matts Stiefeln und ließ ihn sich nur noch unwohler fühlen. Der Galgenstrick, der an einem kahlen, verdorrten Baum auf der rechten Seite des Weges hing, tat sein Übriges dazu und Matt passierte ihn fröstelnd. Die Fratzen der Kürbisse machten ihm nicht wirklich Angst, aber er zweifelte daran, dass der Schauer, der über seinen Rücken lief, allein vom kalten Wind kam. Einige der trüben Glasfenster waren erleuchtet. An der Wand neben der Treppe, die drei Stufen hinauf zur Eingangstür führte und von einem kleinen Dach geschützt war, lehnte ein altes, halb verrostetes Fahrrad. Nach einem kurzen Moment des Zögerns schloss er die tauben Finger fester um den Holzstiel des Spatens und erklomm die schiefen Stufen. Dennoch wagte er nicht, die Türklingel zu betätigen. Er starrte auf die alte Tür, von der schon der dunkle Lack abblätterte und schluckte. Irgendwie hatte er Angst, zu klingeln. Dieses Haus machte ihm Angst. Er wollte nicht da hinein. Er starrte auf den Spaten hinab und schloss dann die Augen. Sofort tauchte Graves hübsches Lächeln vor ihm auf. Das war alles wert. Schnell blickte er auf und drückte auf den kalten Metallknopf. Die Tonfolge, die sich dem anschloss hörte sich unglaublich falsch und unharmonisch an. Matt schauderte. Es passte zu diesem Haus.
Es dauerte nicht lange, bis sich die Tür öffnete. Vor Matt stand ein Mädchen, das etwas älter zu sein schien, mit dichtem, langem, schwarzem Haar und einem Pony, der ihr bis zu den Augenbrauen reichte. Ihr Blick war ausdruckslos und die dunklen Augen funkelten seltsam in ihrem bleichen Gesicht. Auf ihren dünnen Armen hatte sie eine schwarze Katze. Matt wollte etwas sagen, aber seine Stimme versagte. Doch nach einem Blick auf den Spaten, den der Fremde in seiner Hand hielt, an den er sich fast Hilfe suchend klammerte, wusste sie ohnehin, was er hier wollte.
„Du willst zu Grave?“, fragte sie und Matt war erstaunt darüber, wie sehr ihre Stimme der Graves ähnelte. Vielleicht war sie seine Schwester? Matt nickte, noch immer nicht Herr über seine Stimme. Das Mädchen drehte sich zur Treppe, die Matt links hinter ihr erkennen konnte.
„Grave!“, rief sie und ein dumpfes „Ja?“ antwortete ihr. „Hier ist jemand für dich!“ Kaum hatte sie die Worte ausgerufen, als auch schon schnelle Schritte von oben zu hören waren. Das Mädchen warf Matt noch einen kurzen, abschätzenden Blick zu und drehte sich dann um, um dorthin zu gehen, wo sie wahrscheinlich hergekommen war. Sie war gerade auf Höhe der Treppe, als Grave auf selbiger erschien. Sie stutzte und ihre Stimme klang abwertend, als sie sprach: „Was ist denn das für ein Aufzug?“
„Ach, halt doch die Klappe!“, giftete Grave sie an, doch sie war schon weitergegangen, offensichtlich unbeeindruckt. Grave kam zur Tür gehechtet und Matt verstand, warum sie das gesagt hatte. Grave trug keine Alltagskleidung, sondern ein mit viel Mühe aber wenig Erfolg gebügeltes schwarzes Hemd, unter dem ein rot-schwarz gestreiftes T-Shirt hervorlugte und eine schwarze Hose, die so geschnitten war, dass sie seine langen, dürren Beine betonte. Sein Haar war ordentlich gekämmt und die Schminke frisch und sorgfältig aufgetragen. Selbst der schwarze Lack auf seinen Fingernägeln schien ganz neu zu sein. Matt lächelte. Hatte Grave sich etwa für ihn so herausgeputzt?
Auch Graves Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, als er den Hutmacher erblickte, dessen Herz augenblicklich höher schlug. „Endlich bist du da.“, sagte er ein wenig atemlos und griff nach Matts Handgelenk, um ihn ins Haus zu ziehen. „Ich hatte schon befürchtet, dass du nicht kommen würdest.“ Er entwendete Matt den Spaten und stellte ihn ohne weitere Aufmerksamkeit in eine Ecke des Flurs. Dann nahm er Matt den Mantel ab und hängte ihn in die Garderobe.
„Entschuldige.“, erwiderte Matt und legte seinen Hut auf die dafür vorgesehene Ablage. „Aber ich hatte noch im Laden zu tun.“
Grave lächelte und packte Matt wieder am Arm und zog ihn dann hinter sich die Treppe hinauf. Matt war erstaunt darüber, dass Grave sich so über seinen Besuch zu freuen schien. Aber natürlich machte es ihn auch glücklich.

♠†♠

> To Be Continued!
>> Es gibt kein Entkommen *fg*



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